Aufbruchstimmung auf den Arbeitsmärkten – dieses Phänomen ist inzwischen weltweit in vielen Branchen zu beobachten. Laut mehreren aktuellen Jobstudien wuchs die Zahl derer, die Interesse an einem Arbeitgeberwechsel haben, in den vergangenen Jahren auf beinahe 50 %.
Kurzarbeit, Homeoffice & Co. haben erheblich dazu beigetragen, dass viele Menschen ihre Prioritäten verändert haben und neue Anforderungen an ihren Job stellen. Das Kräfteverhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern hat sich damit signifikant verschoben.
Was können Unternehmen also tun, um Mitarbeitende langfristig an sich zu binden? Ein Viertel der Befragten würde den Arbeitgeber wechseln, wenn dieser ihnen attraktive Möglichkeiten zur Weiterentwicklung anbietet. Ein Entgegenkommen in dieser Frage kann für Unternehmen nicht nur entscheidend für ihren Erfolg in der Rekrutierung und Bindung qualifizierter Fachkräfte sein, sondern ist gleichzeitig auch ein wichtiger Faktor für die Stärkung der eigenen Innovationsfähigkeit und Kultur.
Wachstums- und Entwicklungsmöglichkeiten
Es ist wichtig, dass Unternehmen Wachstums- und Entwicklungsmöglichkeiten für ihre Mitarbeiter schaffen. Neben den klassischen Aufstiegsmöglichkeiten gehören dazu auch Weiterbildungs- und Mentoring-Programme oder Möglichkeiten für Jobrotationen und teamübergreifendes Arbeiten. Je vielfältiger die Möglichkeiten, die eigene Karriere im Unternehmen voranzubringen, desto größer die Bindung an diesen Arbeitgeber.
Die Investition in die eigenen Mitarbeiter lohnt sich, denn auch die Unternehmen selbst profitieren von den genannten Massnahmen. Besonders deutlich wird dies mit Blick auf Entwicklungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Eine starke, positive Lernkultur verbessert nicht nur das Arbeitsklima, sondern fördert gleichzeitig das Unternehmenswachstum. Mit ihr erbringen Unternehmen im Durchschnitt bessere Leistungen, haben agilere Teams, passen sich schneller an Veränderungen an und steigern ihren Umsatz schneller als die Mitbewerber.
Wirksame Weiterbildungsmassnahmen
Weiterbildungsmassnahmen sind erst dann wirksam und erfolgreich, wenn sie im Rahmen einer Lernkultur erfolgen, die von der Führungsebene strategisch ausgerichtet und getragen wird. Viel zu oft begreifen Unternehmen die Lernkultur als das blosse Bereitstellen formaler Weiterbildungsangebote und Lernmaterialien. Zu einer guten Lernkultur gehört jedoch mehr.
Massgeblich ist die Entwicklung eines kontinuierlichen, unternehmensweiten Lernens. Dies setzt den freien Zugang zu und die leichte Auffindbarkeit von Lerninhalten voraus. Gleichzeitig bedarf es einer klaren Regelung, wie viel Arbeitszeit für Lernen in Anspruch genommen werden darf, sowie Anleitungen, wie und was gelernt werden kann. In einer positiven Lernkultur werden klare Lern- oder Karriereziele definiert und die Fähigkeiten der Mitarbeiter durch Feedback von Kollegen, Führungskräften und externen Parteien häufig bewertet.
Fazit
Wer also Talente halten und neue gewinnen möchte, sollte auf die Gestaltung einer starken, positiven Lernkultur setzen und ein Umfeld schaffen, in dem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre eigenen Ideen entwickeln und umsetzen können.