Lernen Sie Ihren Führungsstil kennen!

Eine wichtige Rolle im Alltag einer jeden Führungspersönlichkeit spielt ihr eigener, individueller Führungsstil. Dabei gibt es nicht DEN perfekten Führungsstil – dieser Beitrag beleuchtet die Vor- und Nachteile der häufigsten Führungsstile.

Symbolbild Mitarbeiterfuehrung und Führungsstil

Symbolbild zum Thema «Mitarbeiterführung»
(Quelle: http://www.siegel-hr.ch/wp-content/uploads/bigstock-Word-Cloud-Leadership-eps-404763462.jpg)

Auf Grund Ihrer Persönlichkeit, den Werten, der Kultur, den persönlichen Lebenserfahrungen und den Leadership-Schulungen und Fachbüchern haben Sie den eigenen Führungsstil entwickelt. Doch kennen Sie Ihr Verhalten und die Wirkung auf die Mitarbeitenden? Wie führen Sie Ihr Unternehmen, Ihre Mitarbeitenden? Ist Ihr Führungsstil zeitgemäss?

Ein Blick auf erfolgreiche Führungspersönlichkeiten im unternehmerischen wie auch politischen Umfeld zeigt auf: Es gibt nicht DEN perfekten Führungsstil! Doch nur wer seinen Führungsstil kennt und diesen bewusst einsetzen und an die Situation anpassen kann, ist in der Lage, die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen.

Wir wollen Sie daher zum Nachdenken über den eigenen Führungsstil anregen.

Direktiver vs. kooperativer Führungsstil

In Wikipedia und anderen Lexika werden eine Vielzahl von unterschiedlichen Führungsstilen aufgelistet: Partizipativ, transaktional, hierarchisch, demokratisch, kooperativ, laissez-faire, patriarchalisch, charismatisch, autokratisch, integrierend, situativ, etc.

In einem ersten Schritt nehmen wir die direktive Führung und die kooperative Führung unter die Lupe; diese sind typisch für die älteren Generationen (direktiv) bzw. die jüngeren Generationen (kooperativ).

Der direktive Führungsstil lässt sich durch drei 3 K-Begriffe charakterisieren:
Kommandieren, Kontrollieren, Korrigieren

Die Führungsperson gibt Anweisungen, ohne seine Mitarbeiter in die Entscheidung einzubeziehen. Beim Militär findet sich die Reinform dieser direktiven Führung. Der Vorgesetzte befiehlt und erwartet, dass die Untergebenen ohne Diskussion Folge leisten.

Der kooperative Führungsstil lässt sich durch die 3 K-Begriffe charakterisieren:
Kommunikation, Kultur, Kontext

Die kooperativ führende Person bezieht seine Mitarbeitenden in Entscheidungsprozesse ein. Diskussionen um die besten Lösungen sind nicht nur erlaubt, sondern erwünscht. Die kooperative Führungskultur gibt den Mitarbeitenden möglichst große Freiheiten und Entscheidungskompetenzen.
Bei kooperativer Führung diskutiert die Führungsperson über Sinn und Zweck des Unternehmens und erläutert Vision, Strategien und Ziele. Sie ist offen für Ideen und lässt sich kritisch hinterfragen.

Welcher Führungsstil ist in der heutigen Zeit besser geeignet?

Manche mögen jetzt sagen: «Das ist doch klar: Der kooperative Führungsstil ist der richtige!»

So eindeutig und klar ist die Antwort aber nicht. Für Routinearbeiten, insbesondere unter Zeitdruck, hat die direktive Führung sehr wohl ihre Berechtigung – und zwar nicht nur im Militärischen. Denken Sie nur mal an einen Betriebsunfall: Feuer an einer Maschine, vielleicht sogar Verletzte. In solchen Fällen ist schnelles Handeln gefragt, es gibt genaue Vorschriften, wie zu handeln ist. Notabschaltung, Feuerwehr, Ambulanz; all das wird als Routine eingeübt und muss im Notfall zu 100 % funktionieren. Hier wird direktiv geführt – und das ist gut so. Für lange Diskussionen und tolle neue Ideen ist keine Zeit.

Bei komplexen und kreativen Arbeiten hingegen ist die kooperative Führung sinnvoll. Da sind meist situative Anpassungen notwendig; Arbeiten können nicht bis ins kleinste Detail vorausgeplant werden. Hohe Selbständigkeit der Handelnden ist gefragt.

Anforderungen an die Führungsperson.

Für die direktive Führung brauchen Sie detailliertes Fachwissen und den Überblick. Sie sind der General oder der leitende Feuerwehrmann und die anderen sind Ihre Untergebenen oder Befehlsempfänger.

Bei der kooperativen Führung ist das ganz anders. Hier ist vor allem ihre Fertigkeit gefragt, die Beteiligten zu überzeugen und Richtungen vorzugeben. Ein Projektleiter beispielsweise wird kooperativ führen müssen, will er erfolgreich sein. Schließlich ist er seinen Projektmitarbeitern nicht disziplinarisch sondern nur fachlich vorgesetzt.

Übersicht: Direktive vs. kooperative Fuehrung

Übersicht über die direktive und die kooperative Führung
(Quelle: http://www.mehr-fuehren.de/wp-content/uploads/2012/04/fuehrungsarten1.png)

Der richtige Führungsstil: Darauf kommt es an!

Ob Sie als Führungsperson direktiv oder kooperativ führen, hängt von der Situation ab. Wenn die Situation es zulässt, sollten Sie kooperativ führen. Ihre Mitarbeiter werden es Ihnen danken.

Transaktionale vs. transformationale Führung

In einem zweiten Schritt stellen wir die transaktionale Führung der transformationalen Führung gegenüber.

Die transaktionale Führung bedeutet einen Austausch von Beiträgen zwischen Mitarbeiter und Führungskraft (Leistung und Belohnung), verspricht also Belohnung für gute Leistung.
Die Belohnungen sind extrinsischer Art: Die häufigsten Beispiele sind Geld, Weiterbildungen oder Beförderungen.

Vorteile:

  • Klare Ziele bieten Handlungssicherheit
  • Gut für Routinetätigkeiten
  • Management by Exeption (MbE) gewährt gestalterische Freiräume

Nachteile:

  • Spricht nur den homo-oeconomicus an, d.h. den Mensch als rationalen Nutzenmaximierer
  • extrinsische Motivation stößt auf Grenzen; Belohnungsanreize lassen nach, Ressourcen sind begrenzt (Beförderung, Geld)

Die transformational führende Person hingegen

  • verändert die Einstellungen und Wünsche der Geführten sowie Althergebrachtes wie Strukturen, Normen, Denkweisen
  • spricht den ganzen Menschen an auf einer tieferen emotionalen Schicht
  • weckt Begeisterung für sachbezogene Werte, Ziele und Aufgaben
  • macht den Geführten zum «Mitunternehmer»
Führung durch Charisma

Die charismatisch führende Person hat ein hohes Selbstvertrauen und einen starken Machtwillen; sie ist überzeugt, dass eigene Vorstellungen moralisch korrekt sind, und verfügt über intellektuelle und kommunikative Fähigkeiten.

Die charismatisch geführte Person ist überzeugt, dass die Führungskraft alle Schwierigkeiten meistern kann; sie zeigt Respekt, Gehorsam und enge emotionale Verbundenheit, ist stolz darauf, mit der Führungsperson zusammenarbeiten zu können, und vertraut in die Korrektheit der Vorstellungen.

Führung durch Inspiration mit Visionen

Mitarbeitende werden motiviert durch Visionen mit Bildern und Symbolen. Ein Beispiel bildet folgendes Zitat von Antoine de Saint-Exupéry:
«Wenn du ein Schiff bauen willst, (Ziel) so trommle nicht die Männer zusammen, (Aufgabe) die Holz beschaffen, Werkzeuge vorbereiten, Holz bearbeiten und zusammenfügen, sondern lehre sie die Sehnsucht (Vision) nach dem weiten, unendlichen Meer.»

Führung durch Stimulierung

Die Führungsperson regt die Mitarbeitenden an, alte Denkmuster aufzubrechen, Probleme als Chancen zum Lernen zu sehen, und bestärkt sie zum selbständigen Denken (Empoyerment und Intrapreneurship).

Führung durch Coaching
  • Ein Prozess, bei dem die Führungskraft dem Mitarbeiter hilft zu lernen, wie er Aufgaben und Probleme lösen kann.
  • Der Prozess ist zeitlich begrenzt und endet, wenn die nötige Selbständigkeit des Mitarbeitenden erreicht ist.
  • Es wird sowohl an den aufgabenorientierten Aspekten gearbeitet (Fähigkeiten, Fertigkeiten) als auch an der psychologischen Reife (Selbstvertrauen, Mut, Motivation, Sinn des Tuns, Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung).
Führung durch Mentoring
  • Führung einer jüngeren Person durch eine ältere, im Unternehmen erfahrenere Person.
  • Der Mentor ist stets hierarchisch über dem Mentee und nicht in der direkten Führungslinie (um ein offenes Verhältnis zu ermöglichen).
  • Es werden sowohl fachliche Dinge als auch persönliche Belange des Schützlings erläutert.
Gegenüberstellung von transaktionaler und transformationaler Führung
Transformationale Führung Transaktionale Führung
  • Setzt auf ideelle Werte
  • Die Führungskraft als aktiver Begleiter
  • Gut in Unternehmen im Umbruch
  • Mehr Leistung = mehr Gegenleistung
  • Die Führungskraft als Anleiter
  • Eher in Unternehmen mit gewachsenen, verhärteten Strukturen

Lernen Sie Ihren Führungsstil kennen!

Auf der Basis unserer Analyse mit wissenschaftlich validierten Online-Tools, dem 360°-Online-Assessment sowie dem 360°-Feedback erhalten Sie einen vertieften Einblick in Ihren Führungsstil, Ihr Verhalten und die Wirkungen auf Ihre Mitmenschen.

Die Selbsterkenntnis hilft Ihnen, Ihren individuellen Führungsstil kennenzulernen, kritisch zu hinterfragen und allfälligen Handlungsbedarf proaktiv anzugehen. IdeeTransfer unterstützt Sie auf dem Weg zum Ziel. Wir fördern Menschen und entwickeln Unternehmen.