Führungsleitsätze sind nicht nur für das Papier gedacht!

Führungsleitsätze sind äusserst effektive und wichtige Führungsinstrumente – wenn sie im Unternehmen denn auch tatsächlich umgesetzt und gelebt werden. Anhand eines Praxisbeispiels zeigen wir auf, wie von einer Investition in diesem Bereich die ganze Firma profitieren kann.

Symbolbild Führungsgrundsätze

Eine Grundvoraussetzung für unternehmerischen Erfolg ist, dass alle Mitarbeitenden am gleichen Strang ziehen!
(Quelle: http://3.bp.blogspot.com/-xsNIieTGaJI/T7n0PTzCjRI/ AAAAAAAAADE/NNfO224A4Mc/s1600/Drei_Fu%CC%88hrungsgrundsa%CC%88tze.jpg)

Richtig angewandt sind Führungsleitsätze enorm wichtige Führungsinstrumente und tragen zu einer klaren und produktiven Firmenkultur bei. Tatsächlich existieren diese Leitsätze aber in vielen Unternehmen nur theoretisch, sind selten explizit formuliert und schriftlich festgehalten – und werden noch viel seltener auch tatsächlich umgesetzt.

Ein Beispiel: Praktisch jedes Unternehmen rühmt sich damit, den Mitarbeitenden und deren Bedürfnissen sehr hohe Priorität einzuräumen. Oft ist dieser Vorsatz auch in strategischen Dokumenten wie dem Leitbild festgeschrieben – oder als Führungsleitsatz «Unsere Mitarbeitenden sind unser grösstes Gut» definiert.

Doch wie sieht dies in Ihrem Unternehmen aus? Wird dieser Führungsleitsatz auch gelebt und umgesetzt? Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass in vielen Unternehmen Führungsleitsätze wie dieser nur auf dem Papier existieren, jedoch von den Mitarbeitenden weder verstanden noch gelebt werden.

Woran liegt das? Die Gründe sind vielseitig und in jedem Unternehmen situativ anders. Oft hören wir ablehnende Argumente wie:

  • Wir sind ein KMU und die Wirtschaftslage fordert unsere Ressourcen in anderen Themen!
  • Personalfragen haben keine Priorität, wir benötigen dringend Fachleute!
  • Wir führen unser Unternehmen schon lange und wissen, wie führen!
  • Wir sind zu klein; wir lösen das selber; wir pflegen familiäre Mitarbeiterbeziehungen.

Wann haben Sie letztmals die Führungsleitsätze Ihrer Firma definiert oder überarbeitet? Anhand eines Praxisbeispiels wollen wir Ihnen zeigen, weshalb es so elementar wichtig ist, dass die Führungsleitsätze in schwierigen Situationen überarbeitet, neu definiert und gelebt werden.

Ausgangslage in einem Produktionsbetrieb:

In der Geschäftsleitung sind zwei Generationen der Familie Muster: Der Vater und sowie zwei Söhne mit ihren Partnerinnen. In der Produktion beschäftigt das Unternehmen insgesamt 25 Mitarbeitende, inkl. 2 Lernende.
Vater Fred Muster (61), Oberst im Militär, leitet die Firma mit fester Hand, hierarchisch strukturiert. Die Söhne Fritz (36) und Franz (33) leiten je einen Betriebsbereich kooperativ bereichsübergreifend. Ein Teil der Belegschaft sind langjährige Mitarbeitende, welche mit Vater Fred Muster die Firma vor rund 30 Jahren mit aufgebaut haben. Die restlichen Mitarbeiter sind jüngere, qualifizierte Fachkräfte, welche jedoch erst wenige Jahre im Betrieb sind.
Die Mitarbeitenden arbeiten standardisiert. Mitdenkende und motivierte Fachleute verlassen die Firma nach kurzer Zeit wieder. Finanziell steht der Betrieb unter Druck und hat daher die Produktionsprozesse stark optimiert. Die Prognosen weisen auf rote Zahlen: Die Umsatzzahlen mit Standardprodukten sind sinkend, Qualitätseinbussen müssen in Kauf genommen werden, Innovationen fehlen und die Personalnebenkosten steigen (Kurzabsenzen wegen Krankheiten nehmen laufend zu; dazu fallen hohe Kosten für Rekrutierungen an).

Diese Situation kommt Ihnen bekannt vor? Kein Wunder – schliesslich sind dies aktuell die Herausforderungen, vor welchen eine Vielzahl der Unternehmen steht.

Problemstellung:

In welchem Zusammenhang steht nun die beschriebene Situation mit dem Führungsleitsatz «Unsere Mitarbeitenden sind unser grösstes Gut»?
Das Beispiel zeigt, dass nicht mitarbeiterorientiert geführt wird; der Leitsatz wird nicht umgesetzt und gelebt. Die Mitarbeiterzufriedenheit mit Faktoren wie dem Führungsstil, den Vorgesetzten, der Verteilung der Aufgaben und Verantwortung sowie dem Handlungsspielraum ist gering. Eine enge Verbundenheit mit dem Unternehmen ist nur bei den langjährigen Mitarbeitenden vorhanden, da diese einen Jobwechsel mit 55+ Jahren nicht mehr wagen. Allgemein sind die Mitarbeitenden verunsichert durch die verschiedenen Führungsstile von Vater und Söhnen. Die gegenseitigen Erwartungen und Ziele werden wenig kommuniziert.

Unser Beitrag zur Lösung der Situation:

  • In einem halbtägigen Workshop mit der Geschäftsleitung wurden Vision, Werte, Strategie und Ziele gemeinsam überarbeitet und neu definiert.
  • Anhand der überarbeiteten Strategie und den definierten Zielen überarbeiteten wir mit Vater und Söhnen Muster sowie 2 leitenden Mitarbeiter in einem weiteren halbtägigen Workshop die Führungsleitsätze.
  • Schlussendlich wurden in zwei halbtägigen Workshops mit je einem GL-Mitglied und einem Teil der Mitarbeitenden die Leitsätze mit den Erwartungen geklärt, damit sie von jedem verstanden und gelebt werden konnten.

Ergebnis:

Die Mitarbeitenden sind motiviert, leistungsbereit, denken mit und sind stolz auf ihren Arbeitgeber. Mit dieser Einstellung begeistern sie Kunden, Lieferanten sowie auch zukünftige Mitarbeitende.

  • Klare Strukturen und Aufgabenverteilung in der GL bewirken Transparenz und Vertrauen.
  • Offene Kommunikation und Wertschätzung fördern das Mitdenken.
  • Die Mitarbeiter kennen die Ziele und Erwartungen, leben und verhalten sich nach den Leitsätzen.
  • Motivierte Mitarbeiter denken mit, bringen Optimierungsvorschläge ein, arbeiten effizienter und engagieren sich für die Firma. Dadurch verbessert sich die Qualität, es gibt weniger Reklamationen, und die Kundenzufriedenheit wird gesteigert.
  • Motivierte Mitarbeiter kommen morgens ausgeruht zur Arbeit, wollen schwierige Probleme wirkungsvoll lösen, gehen abends müde und zufrieden nach Hause und freuen sich auf den Feierabend und erholsamen Schlaf. Die Kurzabsenzen wegen Krankheit sinken, chronische Schmerzen und Probleme des Körpers verringern sich.
  • Zufriedene Mitarbeiter sind stolz auf den Arbeitgeber und tragen diese Botschaft nach aussen. Dies erweist sich als unbezahlbares Employer Branding; zukünftige Mitarbeiter bewerben sich bei der Firma als attraktiver Arbeitgeber.

Mit wenig zeitlichem und finanziellem Aufwand konnten wir gemeinsam Vieles bewirken. Als neutrale Vermittler mit dem Blick aufs Ganze brachten wir die Generationen in der GL und unter den Mitarbeitenden einander näher. Gemeinsam wollen sie die gesteckten Ziele erreichen.

Sind dies nicht überzeugende Argumente, die Führungsleitsätze in Ihrem Unternehmen eher morgen als erst übermorgen anzugehen? Eine kurze Analyse der IST-Situation zeigt Ihnen das schlummernde Potenzial Ihrer Firma auf und lässt Sie die nächsten Schritte planen, welche Sie zum Ziel bringen. Sie steuern den Kurs.

IdeeTransfer unterstützt Sie als KMU auf dem Weg zum Ziel. Wir fördern Menschen und entwickeln Unternehmen.