Effiziente Personalführung bei Home-Office

Die Pandemie­massnahmen des Bundes­rates haben zu einer Zwangs­digitalisierung der Schweizer Wirt­schaft geführt. Doch Home-Office stellt nicht nur Anforderungen auf tech­ni­scher Ebene – auch Organisation und Führung müssen angepasst werden, damit im Home-Office effizient und ziel­gerichtet gearbeitet werden kann!

Home-Office ist keine bezahlte Freizeit

Home-Office muss effizient und wirt­schaft­lich sein – Unter­nehmen können es sicht nicht leisten, bezahlte Frei­zeit zu finanzieren!

Durch die Coronavirus-Pandemie hat sich Home-Office innert kürzester Zeit vom zukünftigen Mega­trend zur volks­wirt­schaft­lichen Realität ent­wickelt. Dabei ent­decken wir als Gesell­schaft die Vor­teile dieser Arbeits­form: Notorisch über­lastete Ver­kehrs­achsen sind plötzlich wieder stau-frei befahrbar, Familien gewinnen wert­volle gemeinsame Zeit durch den Weg­fall der Reise­zeit zum Arbeits­ort und zurück, die Umwelt­ver­schmutzung sinkt – um nur einige wenige Bei­spiele zu nennen.

Gleich­zeitig ist es aber mehr als ungewiss, ob bei vielen Unter­nehmen Home-Office als «Errungenschaft» über die aktuelle Pandemie­phase hinweg bestehen bleiben wird. Denn Unter­nehmen können sich – erst recht an­ge­sichts der nach der Corona-Krise erwarteten wirt­schaft­lichen Schwierig­keiten – keine Effizienz­verluste leisten.

Wie Effizienz­verluste im Home-Office ent­stehen

Aber weshalb hat Home-Office den Ruf, weniger effizient zu sein als die Arbeit im Büro? Und entspricht dieser Ruf den wahren Gegeben­heiten über­haupt?

Sicherlich erfordert Home-Office eine hohe Selbst­disziplin und Eigen­ver­antwortung von­seiten der Mit­ar­bei­ten­den. Denn zuhause lauert Ablenkungs­potenzial, welches im Büro nicht oder nur in geringerem Ausmass vor­handen ist. Gleich­zeitig fällt die Fremd­kontrolle durch Vor­ge­setzte und Arbeits­kollegen weg, was durchaus zu weniger effizientem Arbeiten verleiten kann.

Aller­dings sind Effizienz­verluste im Home-Office nicht alleine den Mit­arbeitenden geschuldet. Mit einer an dieses Arbeits­modell angepassten Führungs­arbeit lässt sich die Effizienz auch im Home-Office messen und ziel­gerichtet steuern. Traditionelle, auf Präsenz-Arbeit aus­ge­richtete Führungs­konzepte wiederum sind für Home-Office zumeist ungeeignet und ver­fehlen somit ihre Wirkung – daraus ent­stehen dann Ineffizienzen, wie dies bei schlechter Führung auch bei traditionellen Arbeits­modellen der Fall ist…

Wie Mitarbeitende im Home-Office geführt werden sollten

Wie aber sieht ein solches Home-Office taugliches Führungs­modell aus? Wichtig ist in erster Linie, vom klassischen «Stempeluhr»-Denken weg­zu­kommen. Dass Mit­arbeitende in der zur Ver­fügung stehenden Präsenz­zeit möglichst viel Arbeit er­ledigen sollen bedingt eine direkte Kontroll­möglichkeit, dass diese Arbeits­zeit auch tat­sächlich und aus­schliess­lich für beruf­liche Zwecke genutzt wird – was im Home-Office nicht gegeben ist.

Besser geeignet ist eine aufgaben­orientierte Führungs­arbeit: Anhand von Erfahrungs­werten (oder alternativ anhand einer vom Vor­ge­setzten gemein­sam mit dem Mit­arbeitenden erstellten Aufwands­schätzung) lässt sich die für die Erledigung einer Aufgabe benötigte Arbeits­zeit bestimmen. Werden im Home-Office dann Auf­gaben im Umfang der Soll-Arbeits­zeit erledigt, ist die Effizienz des Mit­arbeitenden gewähr­leistet…
Die besten Ergebnisse erzielt man dabei, wenn im Voraus eine Planung der Aufgaben erstellt wird. Dies ver­einfacht nicht nur die Führungs­arbeit der Vor­ge­setzten, sondern erleichtert auch die Arbeit der Mit­arbeitenden, indem sich die Plan­bar­keit des Home-Office-Arbeits­tages erhöht.

An dieser Stelle sei noch angemerkt, dass der beschriebene aufgaben­orientierte Führungs­stil sich durch­aus auch bei normaler Präsenz-Arbeit anwenden lässt. Auf­grund der erhöhten Nach­voll­zieh­bar­keit, wofür die Arbeits­zeit effektiv auf­ge­wendet wurde, führt er auch bei traditionellen Arbeits­formen häufig zu gesteigerter Effizienz.