Veränderung – eine Gefahr oder eine Chance?

Bei unserer Tätigkeit begleiten wir täglich Veränderungsprozesse. Dabei stossen wir nicht bei allen Parteien immer nur auf Gegenliebe – schliesslich heisst eine Veränderung immer auch, die Sicherheit des bekannten Terrains zu verlassen. Wie mit solchen Zweifeln konstruktiv umgegangen werden kann, erklärt unser Experte Christoph Fasel aus eigener Erfahrung:

Symbolbild Veränderung

Wer kennt schon die Redewendung nicht: «Das einzige Beständige ist die Veränderung!»

Veränderung ist etwas Beständiges, also eine nicht endende Bewegung? Gibt es nun doch eine Art «Perpetuum mobile», welches sich endlos bewegt und ohne Energiezufuhr womöglich noch Arbeit verrichtet?

Diese eingangs zitierte Redewendung bringt mich immer mal wieder zum Nachdenken – Sie auch?

Meine Einstellung

Das Wort «Veränderung» löst bei mir nicht in jeder Situation automatisch Freude aus. Dabei habe ich selbst immer die Wahl, wie ich die Herausforderung sehe, wie ich mich zu den gegebenen Verhältnissen einstelle und ob ich mich als Gestalter oder Gefangener meiner «Welt» fühle.
Ich besinne mich der weisen Ermutigung: «Habe die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die du nicht ändern kannst. Habe den Mut, Dinge zu ändern, die du ändern kannst. Und habe die Weisheit, das Eine von dem Anderen zu unterscheiden.»

Es nützt nichts, aus Überzeugung mit dem Kopf durch eine dicke Betonmauer stossen zu wollen. Dies führt nur zu Selbstverletzungen, verursacht Schmerzen, bringt jedoch keine Resultate. Man fährt besser damit, einen Durchgang in der Mauer zu suchen, respektive sich auf das zu konzentrieren, was man ändern kann. Einige Schritte weiter, nach der nächsten Kurve, sieht man ein anderes Bild, sieht man weiter. So ähnlich erleben wir es manchmal auch auf Bergwanderungen, wenn wir beispielsweise auf einen Wegweiser mit Informationen treffen oder wir uns anhand einer markanten Geländesituation auf der Karte orientieren können.

Ich lasse mir von Situationen und/oder anderen Menschen nicht meine Energie zur Veränderung, respektive zur Weiterentwicklung nehmen – auch nicht von mir selbst, von meiner Wankelmütigkeit. Selbst wenn der zurückgelegte Weg noch nicht zielführend war, bin ich doch um eben diese Erfahrung reicher.
Was kann denn schon passieren? Gehe ich diese Schritte nicht, ist die Wahrscheinlichkeit einer positiven Veränderung äusserst gering. Also entschliesse ich mich, zu gehen, auf eine nächste Erkenntnis / Lösung / Sieg hinzuarbeiten. Und schon freue ich mich auf eine weitere interessante Erfahrung.

Die mathematische Gleichung zu effektiver Veränderung

Als Mensch mit einer technischen Grundausbildung haben es mir Formeln angetan. Aus dem Buch «EQ, emotionale Intelligenz für Manager» von R.K. Cooper & A. Sawaf erinnere ich mich an die Gleichung für Veränderung:

Unzufriedenheit x Richtung x Bewegung > Status quo

Dies zeigt dann unsere Energie für effektive Veränderung.

Die Unzufriedenheit kann als möglicher «Samen», aus dem Veränderung wachsen kann, gesehen werden. Dieser Gedanke führt dazu, dass die Unzufriedenheit ihre Gehässigkeit, ihr negatives Gesicht verliert. So ähnlich war es als Kind, wenn die gefühlte Langeweile plötzlich meine Kreativität anstiess. Dadurch entwickle ich einen starken Willen, meine Ist-Situation zu verändern.

Nachdem ich meine Unzufriedenheit darüber, wie die Dinge momentan sind, ausgemacht habe, kann ich die Richtung, das Ziel bestimmen. Hierbei unterstützt mich die schon oft trainierte SMART-Formulierungsmethode für angestrebte Ziele.

Zu guter Letzt beginne ich, mich mit messbaren spezifischen Massnahmen zu bewegen und überwinde somit den Status quo, den Rollwiderstand zwischen dem bekannten IST und der noch unbekannten Zukunft.

«Was will ich?»

Erst neulich habe ich wieder gelesen, dass das Gehirn nicht zwischen Vorstellung und Realität unterscheidet. Es verarbeitet Informationen, ähnlich wie ein Computer.
Dem Gehirn spielt es also keine Rolle, ob wir uns eine Situation nur vorstellen oder sie tatsäch-lich durchleben. Es verarbeitet lediglich die Informationen. Die Intensität des Erlebens variiert jedoch abhängig von der Vorstellungskraft (fiktiv) beziehungsweise von der Wahrnehmung (real).

Über die Affirmation, als eine regelmässig wiederholende bejahende positive Aussage, kann ich mein Denken und Handeln in Richtung meines Ziels lenken. «Was will ich?» Viele Sportler sind hierin wahre Meister, wenn sie sich bereits in den Trainings vorstellen, wie es sich anfühlt, ihr gestecktes Ziel erreicht zu haben – und tatsächlich erreichen es viele dann auch!

Unser Angebot

Wir unterstützen Unternehmen und Personen, welche erkennen, dass es Morgen anders sein wird als heute, und Willens sind, ihren individuellen Veränderungsprozess fortzuführen. Gerne treffen wir Sie zu einem Gedankenaustausch, um eine Zusammenarbeit zu klären.