Sind KMU beratungsresistent oder haben sie die persönliche Life-Balance erreicht?

«Mein Fokus liegt längst nicht mehr in der Beratung von KMU. Sie sind beratungsresistent und erteilen Aufträge erst, wenn sie kurz davor stehen an die Wand zu fahren», hat mir kürzlich ein Berufskollege erzählt. «Wer kümmert sich schon ernsthaft um die Optimierung der Personalressourcen und die persönliche Life-Balance?» Ich kann dieser Aussage überhaupt nicht zustimmen. Gefragt sind jedoch eine hohe Nutzenorientierung und ein pragmatisches Vorgehen in kleinen Schritten!

Viele Dienstleistungen beruhen auf einem Anteil an Beratung. Beratung wird schnell mit Unternehmensberatung in Verbindung gebracht. Unternehmensberatung, glaubt man, ist teuer und nur etwas für grosse Unternehmen. In der Arbeit mit KMU müssen wir dieses Bild oft zuerst korrigieren. Ein paar hundert Franken fallen für ein KMU auf der Ausgabenseite prozentual höher ins Gewicht als für grössere Firmen. Entsprechend zurückhaltend ist ein Patron mit seinen Ausgaben. Er wird nur etwas investieren, wenn er einen unmittelbaren Nutzen sieht. Unsere Praxisbeispiele zeigen eindeutig auf, dass eine Optimierung der Personalressourcen sich mehrfach auszahlt.

Unternehmensanalyse deckt die Lücken auf

Zu Beginn eines erfolgreichen Auftrages steht eine professionelle Bedarfs- oder Unternehmensanalyse, mit dem Ziel, den grössten Handlungsbedarf sichtbar zu machen. Die zentrale Frage in dieser vertrauensbildenden Phase ist: Wo kann mit einer kleinen Intervention sofort ein sichtbarer Nutzen erzielt resp. ein drohender Schaden abgewendet werden? Wir erleben manchmal, dass unser Gesprächspartner zwar Handlungsbedarf sieht, sich jedoch nicht vorstellen kann, wie viel er mit einfachen, pragmatischen Methoden und Werkzeugen wie z.B. Optimierung der Personalressourcen erreichen kann.

Personalmanagement und Personalentwicklung schliesst die aufgedeckten Lücken

Oft verfügen unsere Gesprächspartner über die erforderlichen Kenntnisse, um selber Verbesserungen vorzunehmen und durch Entwicklung Personalmanagement effizienter zu werden. Doch nehmen sie sich aufgrund des Tagesgeschäfts nicht die notwendige Zeit dazu resp. der Aufwand zum systematischen Erarbeiten von Massnahmen erscheint ihnen zu hoch, weil sie darin zu wenig geübt sind und keine geeigneten Werkzeuge zur Hand haben.

Die Auftragsabwicklung im Bereich «Unternehmens- und Personalentwicklung» bedingt neben einer breiten eigenen Erfahrung in der Unternehmensführung zahlreiche gebrauchsfertige Hilfsmittel. Der Kunde steuert einen grossen Teil der Resultate inhaltlich selber bei – mit den ihm zur Verfügung gestellten Werkzeugen. Wir als Prozessbegleiter stellen wirkungsvolle Fragen und konzentrieren uns vorwiegend auf den Prozess und die Methodik.

Praxisbeispiel

Branche: Gartenbau
Anzahl MA: 20
Führung: zwei Brüder, gemeinsam

Ausgangslage – Kundensicht:

  • Ständige Liquiditätsengpässe, vor allem im Winter.
  • Die Firmenausrichtung ist nicht klar.
  • Viele Ideen bei stetiger Verzettelung – beide geschäftsführenden Brüder machen alles.

Ausgangslage – Analyse IdeeTransfer:

  • Beide Brüder sind von ihrer Eignung her Unternehmer und ergänzen sich ideal.
  • Es sind keine schriftlichen Unternehmensziele definiert.
  • Der Anteil der verrechenbaren Stunden liegt bei nur 64%.
  • Es fehlt ein Budget.
  • Es fehlen Nachkalkulationen.
  • Alle Mitarbeitende kaufen für einen erteilten Auftrag selbst Material ein.
  • Es gibt keine gezielten Maschinenwartungen, was zu Ausfällen führt.
  • Die Mitarbeitenden wissen nicht, für welche Bereiche der jeweilige Bruder verantwortlich ist.
  • Die persönliche Life-Balance der Brüder stimmt nicht. Ferien liegen für sie fast nicht drin.

Massnahmen Phase 1:

  • Ermitteln der Stärken, Chancen, Schwächen und Risiken.
  • Kurzanalyse des Marktes und der Konkurrenz.
  • Definition der Geschäftsfelder und der Strategie.
  • Definition der Aufbau- und Ablauforganisation.
  • Erstellen eines Budgets.
  • Definition und Einführung eines einfachen Controlling-Prozesses.
  • Eine entsprechend qualifizierte Person führt die Administration (80%).

Investitionskosten:

  • weniger als zehntausend Franken.

Massnahmen Phase 2:

Resultate, gemessen nach einem Jahr:

  • Die definierte Aufgabenzuteilung funktioniert.
  • Die verrechenbaren Stunden im Jahr lagen bei 86%.
  • Es besteht eine genügend hohe Liquidität, auch im Winter.
  • Beide Brüder gehen vier Wochen pro Jahr in die Ferien.

Situation heute:

  • Im definierten Marktgebiet ist die Firma (Gartenbau und Gartenpflege) neu die Nr. 1 bei sieben Mitbewerbern.
  • Die Firma gilt über das Marktgebiet hinaus als Spezialist für die Anlage von Schwimmteichen.
  • Dank gutem Image melden sich Personen bezüglich möglicher offenen Stellen selber.

Jedes Unternehmen und die Leute, die darin arbeiten, sind einzigartig. Dank Entfalten interner Potenziale werden Sie nicht nur wirtschaftlich erfolgreich, Sie und Ihre Mitarbeiter werden zufriedener. Zufriedene Mitarbeiter arbeiten automatisch effizienter und entwickeln eine höhere Unternehmen-Commitment. Und das zeichnet erfolgreiche Unternehmen aus.