Lohngleichheit-Analyse – Vorschrift und Chance

Zur besseren Durch­setzung der Lohngleichheit zwischen Mann und Frau hat der Bundes­rat die Bestimmungen zur Lohngleichheit ver­schärft. Neu müssen sämtliche Unter­nehmen mit 100 oder mehr Mit­arbeitenden bis spätestens Ende Juni 2021 eine Lohn­gleich­heits­analyse durch­führen. Wir erklären, welche Chancen dies für Unter­nehmen eröffnet.

Symbolbild Lohngleichheit

Noch immer bestehen in der Schweiz teil­weise nicht be­gründ­bare Unter­schiede zwischen dem Lohn­niveau von Männern und Frauen. Verschiedene Organisationen und auch die Regierung sind dabei, mit politischen Mitteln die Lohngleichheit in unserem Land durch­zu­setzen.

Nun folgt der nächste Schritt: Der Bundes­rat hat per 1. Juli 2020 die Bestimmungen zur Lohngleichheit ver­schärft. Neu müssen sämtliche Unter­nehmen mit 100 oder mehr Mit­arbeitenden bis spätestens Ende Juni 2021 eine Lohn­gleich­heits­analyse durch­führen. Eine solche Lohn­gleich­heits­analyse muss bei Geschlechts­unter­schieden alle vier Jahre wieder­holt werden bis ins Jahr 2032, dann enden die ver­schärften Bestimmungen.

Für die Durch­führung der betriebs­internen Lohn­gleich­heits­analyse stellt der Bund kosten­los ein Standard-Analyse-Tool mit dem Namen «Logib» zur Ver­fügung, das Arbeit­geber selbst­ständig anwenden können. Anschliessend wird durch die Revisions­stelle eine Über­prüfung der korrekten Durch­führung der Lohn­analyse vor­ge­nommen.

Die Chance für Unter­nehmen

Soweit das Wichtigste zu den gesetz­lichen Bestimmungen. Neben der Durch­führungs­pflicht der Lohn­analyse bietet diese aber auch die Chance, die betriebs­interne Lohn­struktur kritisch zu prüfen und all­fällige Op­ti­mie­run­gen vor­zu­nehmen. Der Nutzen schlägt sich nieder in einer fairen und gerechten Ent­löhnung, was sich positiv auf die Zufrieden­heit und die Motivation der Mit­arbeitenden aus­wirkt, sowie in einer erhöhten Arbeit­geber­attraktivität und einem Employer Brand, der Fairness und Gerechtigkeit im Unter­nehmen in den Vorder­grund rückt. Dies unter­stützt die positive Positionierung des Unter­nehmens im Arbeits­markt.

Übrigens dürfen auch Unter­nehmen mit weniger als 100 Angestellten das Analyse­tool des Bundes benutzen. Eine faire Lohn­struktur ist für jedes Unter­nehmen ein Muss, un­ab­hängig von der Grösse und von der ge­setz­li­chen Analyse­pflicht, da es letzt­lich den Mit­arbeitenden einen fairen und damit attraktiven Arbeits­platz garantiert.