Der Nachfolger, das heimliche Feindobjekt

Nachfolgeprozesse sind eine heikle Angelegenheit. Die vielen emotionalen Aspekte fordern von allen Beteiligten enorm viel Fingerspitzengefühl und soziale Kompetenz. Denn es ist nicht nur ein Unternehmen, das den Besitzer wechselt – es ist ein Lebenswerk, welches in neue Hände übergeben werden muss!

Symbolbild Nachfolger

Das Lebenswerk einem Nachfolger zu übergeben, ist zumeist sehr viel schwerer als es scheint!

Eigentlich freut sich jeder Unternehmer auf den Moment, an dem er nach langen Jahren harter Arbeit seine Firma in vertrauenswürdige Hände übergeben und den wohlverdienten Ruhestand geniessen kann. Die Praxis zeigt aber: So einfach, wie dieser Schritt in Gedanken ausgemalt wird, ist er bei weitem nicht! Der Nachfolge­prozess gleicht in der Realität eher einem Spiessrutenlauf und ist nicht selten emotional belastender als die entbehrungsreichen Gründungsjahre…

Wenn sich Unternehmens- und Inhaberinteressen zu beissen beginnen…

Erste Schwierigkeiten entstehen häufig schon bei der Suche nach dem passenden Kandidaten für die Nachfolge. Denn die perfekte Persönlichkeit, um das Unternehmen in eine erfolgreiche Zukunft zu führen, entspricht nicht zwingend dem Idealbild, welches der abtretende Patron von seinem Nachfolger im Kopf hat.

Während der bisherige Unternehmer sich einen Nachfolger wünscht, welcher sein Lebenswerk ehrt, bewahrt und die Firma in seinem Sinne weiterführt, sollte der ideale künftige Firmenchef gleichzeitig auch eine starke Führungspersönlichkeit mit Visionen und Durchsetzungsvermögen sein. Dies führt automatisch zu einem inneren Konflikt: Einerseits will der Patron ja kürzertreten und nicht das Unternehmen über eine Marionette weiterführen – andererseits fällt es aber auch schwer, das Ruder einer Person zu überlassen, welche mit der Firma neue und andere Wege beschreiten will…

Das Ergebnis dieser Wahl ist somit immer ein Kompromiss zwischen persönlichen, emotionalen Aspekten und den rationalen, wirtschaftlichen Argumenten. Dieser Zwiespalt setzt sich durch den gesamten Nachfolgeprozess – und häufig auch weit darüber hinaus – fort: Die Vernunft sagt dem Unternehmer, dass er seinen Nachfolger gewähren lassen muss, auch wenn er nicht immer gleicher Meinung ist, währenddessen das Herz bei jeder Entscheidung, die der alte Patron anders gefällt hätte, einen Stich verspürt.

Das Unternehmen verliert beim Nachfolgeprozess an Wert!

Für den abgebenden Firmenchef ebenfalls nur schwer zu akzeptieren ist der grosse Wertverlust, welchen das Unternehmen durch seinen Austritt hinnehmen muss. Das wegfallende Fachwissen, Know-How sowie die enorme Erfahrung sind unmöglich zu kompensieren. Dazu kommt, dass bei KMUs typischerweise auch grosse Teile des Verkaufs- und Vermarktungsprozesses auf den Inhaber fokussieren; das Vertrauen und die emotionale Bindung der Kunden sind dem Patron gewidmet und müssen sich vom neuen Chef erst wieder verdient werden.

Nimmt man diese Faktoren zusammen und berücksichtigt man zudem, dass das Unternehmen durch die Nach­folge zu einem Veränderungsprozess gezwungen wird, so sind Startschwierigkeiten unter der neuen Unter­nehmensführung eigentlich unvermeidlich. Dies ist, rein rational gesehen, auch dem austretenden Unternehmer bewusst – was das Akzeptieren der neuen Rolle als plötzlich machtloser Zuschauer jedoch in keinerlei Weise vereinfacht…

Besonders schwer wird es, wenn langjährige Mitarbeiter oder treue Kunden ihre Probleme und Sorgen (und seien sie noch so klein) an den alten Inhaber herantragen. In solchen Situationen braucht es enorme Zurück­haltung und Selbstdisziplin, um sich nicht wieder im Geschäft einzumischen – und dadurch Konflikte mit dem Nachfolger auszulösen!

Die Verantwortung abzugeben ist ein Prozess, der begleitet werden sollte.

Ist ein Nachfolgeprozess gut vorbereitet, ist dies auch der abgebende Patron. Er ist sich also im Idealfall bewusst, dass er Veränderungen zulassen und den neuen Inhaber auch ab und zu etwas «Lehrgeld» bezahlen lassen muss.

Doch wie so oft, klafft auch hier eine Lücke zwischen Theorie und Praxis, zwischen «wissen» und «umsetzen». Denn sein Lebenswerk in fremde Hände zu geben ist eine Aufgabe, die kaum ein Unternehmer zuvor schon erlebt und erlernt hat!

As diesem Grund ist es entscheidend, sich im Nachfolgeprozess von jemandem begleiten zu lassen, der diese Situation kennt und Erfahrung im Umgang mit den auftretenden Herausforderungen hat. Eine Vertrauens­person, die sich die Zeit nimmt, den Sorgen und Problemen sowohl des austretenden als auch des neuen Patrons zuzuhören; welche in der Lage ist, aufkommende Emotionen zu lenken und in positive Energie umzuwandeln; und welche schliesslich zwischen den beiden Parteien auf einer sachlichen und rationalen Ebene vermitteln kann.

Mit einer erfahrenen und einfühlsamen professionellen Prozessbegleitung kann die fortlaufende Kommunikation zwischen alter und neuer Führung in einem sinnvollen Masse aufrechterhalten werden. Der abtretende Chef kann so die Ziele und Beweggründe seines Nachfolgers verstehen und die wichtigen Entscheidungen (auch wenn er sie persönlich anders getroffen hätte) nachvollziehen. Gleichzeitig hat der neue Unternehmer die Möglichkeit, bei Bedarf weiterhin auf die Erfahrung und das Know-How seines Vorgängers zurückzugreifen, ohne dass dies seine Position im Unternehmen beeinträchtigen würde.

Unsere Erfahrung – Ihr Nutzen!

Als erfahrene Unternehmer mit passenden Prozessunterlagen und Werkzeugen sind wir die idealen Prozess­begleiter für Nachfolgeregelungen. Gerne lassen wir unsere grosse Erfahrung aus diversen Nachfolgeprojekten in unterschiedlichsten Branchen auch in Ihrer Unternehmung einfliessen. Wichtig ist ein Einbezug zu einem frühen Zeitpunkt – denn um eine optimale Stabsübergabe zu gewährleisten, muss auch die Firma selbst mit viel Voraussicht auf diesen grossen Veränderungsprozess vorbereitet werden!